Es geht um den Menschen

Magazin
29.06.2021


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Der Grundstein für Lusee wurde 2015 im Rahmen eines Forschungsprojekts gelegt. Fünf Jahre später diente der Prototyp als Basis für die Entwicklung eines marktreifen Produkts. Ulrike Schock begleitet den Prozess von den Anfängen bis heute. Das Fazit der COO der Lusee AG: «Wir erleben eine wahnsinnig spannende Zeit».

«Lusee ist eine gemeinsame Entwicklung der Hypothekarbank Lenzburg, der Fachhochschule Nordwestschweiz und der Universität Zürich. Das war ein hartes Stück Arbeit, gleichzeitig ein äussert spannender Prozess.»

Seit der Lancierung im 2015 wurden mehrere innovative Funktionalitäten umgesetzt, nur ein Beispiel dafür ist die Erkennung von 3D-Objekten. Zum Einsatz kam Lusee zuerst bei der Hypi Lenzburg, die wesentlich zur Entwicklung des Tools in seiner aktuellen Form beigetragen hat. Heute steht die innovative Technologie bei mehreren Banken erfolgreich im Einsatz. Zugleich werden weitere Branchen anvisiert, denn Lusee bietet nicht nur für die Beratung rund um Finanzfragen einen bedeutenden Mehrwert.

Stärkung des Vertrauens

«Am Anfang stand die Frage, wie die Bankberatung der Zukunft aussieht. Untersuchungen belegen, dass der Einsatz der IT die zwischenmenschliche Interaktion stört und die Qualität der Beratung beeinträchtigt.»

Als neuartige Lösung verschmilzt Lusee die Vorteile der traditionellen mit jenen der digitalen Beratung. Die Technologie bleibt im Hintergrund, ist Mittel zum Zweck. Die Interaktion erfolgt mit Hilfe von Gegenständen und natürlicher Interaktionen. Berater und Kunde werden gemeinsam zu einem aktiven Teil der Beratung, was die Interaktion und das Vertrauen nachweislich stärkt.

Von Geburt an dabei

«Ich war für die Fachhochschule Nordwestschweiz bereits im Forschungsprojekt dabei und kenne Lusee seit der «Geburt». Das verbindet mich stark mit der Idee und dem Produkt. Der Wechsel als COO zur Lusee AG fiel mir leicht.»

Als wissenschaftliche Mitarbeiterin und User-Experience-Designerin an der FHNW hat Schock immer mehrere Projekte parallel betreut. Der Einstieg bei der Lusee AG bedeutete für sie die logische Fortführung des eingeschlagenen Weges mit klarem Fokus auf Lusee.

Mehr als lebendiges Papier

«Lusee hiess früher Livepaper. Dieser Name war leider geschützt. Mit Lusee haben wir den perfekten Namen gefunden. Denn Lusee ist viel mehr als lebendiges Papier.»

Der neue Name setzt sich zusammen aus Lux, lateinisch für Licht und to see, englisch für sehen: Mit Hilfe einer einfachen Licht-Projektion wird Menschen ermöglicht, mehr zu sehen. Zugleich wird der Blickkontakt und damit die Beziehung zwischen Berater und Kunde gestärkt. Lusee klingt wie Lucy, was für die Leuchtende steht. Der Personenname für das Produkt unterstreicht, dass nicht die Technologie, sondern der Mensch im Zentrum steht.

Lusee und Gamification

«Gamification beschreibt die Integration von spielerischen Elementen und Interaktionen in einen spielfremden Kontext, um die Motivation der Nutzer zu steigern.»

Bei Lusee werden Kunden und Berater aktiv und spielerisch in den Beratungsprozess eingebunden. So können sie Inhalte besser aufnehmen und verstehen. Das interaktive Beratungstool bietet den Anwendern zahlreiche Möglichkeiten zur Gamifizierung, die sich individuell interpretieren und einsetzen lassen.

SDK oder Experten

«Ursprünglich wurde Lusee für die Beratung entwickelt. Heute gibt es auch Installationen im Self-Service- Bereich, in denen der Kunde selbstständig ohne Berater mit den Inhalten interagieren kann.»

Das Kernstück von Lusee ist das eigenentwickelte Framework. Dieses übersetzt alle Sensor-Informationen in Interaktionen. Ergänzend dazu projiziert ein Beamer weitere Inhalte auf die Oberfläche. Dabei ist die gesamte Technik unsichtbar in die Decke eingebaut. Je nach Bedarf respektive Software-Anwendung gelangen für die Interaktion Elemente wie Papier, Objekte, Hände oder digitale Stifte zum Einsatz.Framework und Hardware für Lusee werden in einem Mietmodell angeboten. Die Standard Apps lassen sich mit dem Software Development Kit(SDK) selber oder mit Hilfe der Lusee-Fachleute an die spezifischen Anforderungen flexibel anpassen.

Situative Entscheidungen

«Der Berater entscheidet, ob und wann er Lusee einsetzt. Er hört zu, kann auf die Kundenbedürfnisse eingehen und erarbeitet eine individualisierte Lösung. Der Mensch bleibt das wichtigste Element.»

Damit der Berater authentisch ist, muss er seinen eigenen Stil behalten können. Während viele ITLösungen den Berater in vordefinierte Abläufe zwingen und die Beratung an Qualität einbüsst, kann der Berater bei Lusee dem definierten Ablauf folgen oder seinen persönlichen Stil behalten. Der Berater entscheidet situativ nach eigenen, vor allem aber nach den Kundenbedürfnissen, wann er Projektionen und Interaktionen auf dem Tisch oder das Pencil Selling einsetzt. Der Umstand, dass Lusee ohne Bildschirme funktioniert, verwandelt jede Beratung zu einer natürlichen Interaktion.

Vom Mono- zum Dialog

«Der Kunde wird dank Lusee intensiver und interaktiver in das Gespräch miteinbezogen. So verwandelt sich das Gespräch vom Mono- zum Dialog.»

Ein aktiver Kunde erzählt mehr von sich und seinen Bedürfnissen, seinen Wünschen und seinen Ängsten. Damit kann besser auf ihn eingegangen, er kann gezielter beraten werden. Dank der automatischen Digitalisierung der wichtigsten Erkenntnisse wird die Vor- und Nachbearbeitung für den Berater vereinfacht.

Ein breites Einsatzgebiet

«Lusee bietet überall einen Mehrwert, wo Menschen zusammenkommen, -arbeiten und kommunizieren. Unser Framework bildet die Basis für die Entwicklung von vielfältigen Anwendungen in unterschiedlichsten Branchen.»

In der Retail- oder Auto-Branche kann der Berater mit seinem Kunden das passende Produkt auf ansprechende, einfache und informative Art und Weise konfigurieren. Dank Lusee besprechen und bearbeiten der Architekt und die Bauherren die Pläne. Ein spannender Bereich ist auch die Medizin: Lusee funktioniert auf allen Oberflächen, was eine hygienische Reinigung erleichtert, welche bei Bildschirmen nicht immer möglich ist. Unabhängig von der Branche lässt sich Lusee für Brainstormings und Konfigurationen, Sitzungen und Projektplanungen etc. einsetzen.

Lusee als Anfang

«Wir sind voller Ideen, wie wir Lusee weiterentwickeln und unseren Kunden so noch mehr Möglichkeiten bieten können.»

Im Moment arbeiten die Entwickler von Lusee an einem Scanner, der mitgebrachte Dokumente direkt von jeder gewählten Oberfläche digitalisiert. Diese Interaktion auf sämtlichen Oberflächen, ohne Begrenzung durch einen Bildschirm, tönt nach Science- Fiction, wird nach Ansicht von Ulrike Schock aber schon bald Realität sein. Für die COO ist Lusee erst der Anfang. Ihr Ziel ist ein Ökosystem, das es allen ermöglicht, bildschirmfreie, optisch und haptisch ansprechende Anwendungen zeit- und kosteneffizient zu entwickeln.

Für weitere Informationen besuchen Sie www.lusee.ch

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