Systemwechsel: «Man kann von einer agilen Implementierung sprechen»

Magazin
18.08.2022


Nicole Bhend Sw 1920X1280px

Der Wechsel auf ein neues Informatiksystem ist für keine Bank ein Kinderspiel. Finstar-Projektleiterin Nicole Bhend sagt, was es für eine erfolgreiche Systemmigration braucht.


Frage: Nicole Bhend*, wie läuft eine Im­ple­mentierung von Finstar bei einer Bank ab?

Antwort: Am Anfang geht es um das Kennenlernen der Bank, der Mitarbeitenden, des alten und neuen Systems und um die Datenanalyse. Es folgt die Konfiguration des Systems mit den Prozessen und Stammdaten. Das System wird in kleinen Schritten aufgesetzt, beide Seiten lernen in diesem Prozess – man kann von einer agilen Implementierung sprechen. Sobald Daten und Software bereit sind, beginnt das Testen auf einem Testsystem. Es folgt die Entscheidung über das Go-live. Etwa einen Monat vor dem Cut-over werden bereits die Stammdaten in das zukünftige System eingespielt. Danach wird die Bewirtschaftung der Stammdaten auf der alten und neuen Plattform in einem Parallelbetrieb geführt. Die Migration der Buchungen und Positionen auf Finstar ist Abschluss und Höhepunkt der Implementierung.

Handelt es sich bei den Implementierungen von Finstar um einen Standardprozess?

Ja. Finstar hat diesen Prozess über zehn Mal erfolgreich durchgeführt. Er wird aber mit jedem Projekt weiter optimiert.

«Wir versuchen das Bewusstsein zu schaffen, dass der Systemwechsel nicht einfach eine technische Angelegenheit ist.»

Dmitri Popov 286502

Was müssen die Banken für die Implementierung mitbringen?

Die Bank muss Zeit haben und sich bewusst sein, dass sich ein solches Projekt nicht nebenbei erfolgreich zum Abschluss bringen lässt. Die Projektverantwortlichen brauchen neben fachlicher sowie technischer Kompetenz auch eine gewisse Entscheidungsbefugnis. Wir versuchen das Bewusstsein zu schaffen, dass der Systemwechsel nicht einfach eine technische Angelegenheit ist. Er betrifft die ganze Bank und ihre Abläufe, die allenfalls angepasst werden müssen.

Wird eine Standardversion von Finstar implementiert?

Die bankspezifische Konfiguration erfolgt bei der Implementierung. Finstar kennt unendlich viele Mög­lichkeiten. Um die richtigen Entscheide zu treffen, müssen Hersteller und Banken über ein gemeinsames Verständnis verfügen. Wir müssen dem Kunden alle Möglichkeiten aufzeigen – und er muss uns sagen, was er wie nutzen will.

Welchem Faktor wird bei Implementierungen Deiner Meinung nach zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt?

Oft wird der Aufwand vom Kunden unterschätzt. So ein Projekt läuft parallel zum normalen Bankbetrieb, die Bank mit ihren Mitarbeitenden wird meistens mehr beansprucht als erwartet.

Was braucht es für eine erfolgreiche Implementierung?

Zuoberst steht die Kommunikation nach allen Seiten. Es braucht ein gemeinsames Verständnis der Abläufe, der Begriffe und der Möglichkeiten von Finstar. Zentral ist die Offenheit, falls etwas nicht geht, um schnell eine gemeinsame Lösung zu finden. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Bereitschaft der Fachstellen, das Projekt zu realisieren. Dabei haben wir von Finstar den Vorteil, dass die Fachstellen unserer Kundenbanken sich direkt mit der Fachstelle der Hypothekarbank Lenzburg austauschen können. Zudem braucht es die Bereitschaft und das Bewusstsein der Bank, nicht an alten Abläufen festzuhalten, sondern diese wenn nötig an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

Was gibt es punkto Implementierung bei der Spar+Leihkasse Gürbetal (SLG) hervorzuheben?

Die Zusammenarbeit mit der SLG war extrem konstruktiv und kompetent, partnerschaftlich und offen – und das auch in hektischen Phasen. Viele Probleme konnten dadurch verhindert werden, dass die Bank von Anfang an offen war, ihre Prozesse mit dem neuen System in Einklang zu bringen. Unter diesen Voraussetzungen kann eine Implementierung richtig Spass machen.

*Nicole Bhend ist Projektkoordinatorin Applikationsmanagement bei der Hypothekarbank Lenzburg und war Teilprojektleiterin Konfiguration bei der Implementierung von Finstar für die Spar+Leihkasse Gürbetal.

Systemmigration Mit Finstar in die Digitalisierung

Der Zeitplan für den Wechsel auf das Finstar-System bei der Spar+Leihkasse Gürbetal AG war ambitioniert: neun Monate für die Evaluation und nochmals neun Monate für die Einführung.

CT22586

Wir beraten Sie gerne +41 62 885 11 11

Finstar
c/o Hypothekarbank Lenzburg AG
Bahnhofstrasse 2
CH-5600 Lenzburg

Clem Onojeghuo 198573 RGB
Top